2019 wird die Messestadt 20 Jahre alt

Ambitioniert geplant, mit einem großzügigen Park und guter Infrastruktur versehen und in kurzer Zeit kompakt erstellt, kann auf die Messestadt Riem als „Modellstadt“ mit mittlerweile 10 - 20 Jahre Erfahrung geblickt werden. Der 1999 auf dem Gelände des ehemaligen Münchner Flughafens entstandene Stadtteil ist immer noch ein junges Viertel mit einer Bewohnerschaft aus über 130 Nationen. Aus der Zeit des Flughafens ist nur noch der Kopfbau, die alte denkmalgeschützte Kassenhalle an der Besuchertribüne am westlichen Ende des Parks, öffentlich frei verfügbar.

Nachdem das Gebäude jahrelang an zahlungskräftige Kunden und deren exklusive Events verpachtet wurde, sind nun mit den in unmittelbarer Nähe entstandenen Häusern des 4. Bauabschnitts hier größere kommerzielle Veranstaltungen nicht mehr möglich. Das Gebäude dümpelt seither leer und ungenutzt vor sich hin.

Die mangelnde Belüftung und Beheizung führte im Haus schließlich zu akutem Schimmelbefall, was zur Folge hatte, dass das Gebäude nun generell für Besucher gesperrt ist. Obwohl im Bebauungsplan eine kulturelle und bürgerschaftliche Nutzung vorgesehen war, konnte der Kopfbau in den letzten 20 Jahren so gut wie nie von den Bewohnern der Messestadt selbst genutzt werden.

 

KopfbauT 20:19 – ein Projekt zur Stadtteilkultur

Unter dem Motto „KopfbauT 20:19“ soll das Haus nun im Zuge des 20-jährigen Jubiläums für ein Kunstprojekt und Ausstellung mit Beteiligung der Bewohner genutzt werden. Das Gebäude wird von der Stadt notdürftig saniert und soll von Juni bis August 2019 dafür zu Verfügung stehen. Die Ausstellung beinhaltet verschiedene Formate – von der Dokumentation über Kunstobjekte und Projektionen hin bis zu partizipativen Elementen – zur Geschichte des Ortes, zu aktueller Gegenwart und zukünftigem Potential des Stadtteils.

Das war zumindest der Plan.

 

Aktueller Stand der Dinge / 20. April 2019

Kurz vor Ostern kam aber vom Kommunalreferat die Nachricht, das in Messungen nach wie vor eine Luftbelastung festgestellt wurde, die eine Nutzung im Gebäude nicht erlaubt. Weshalb jetzt nur noch ein Cafébetrieb außen auf der Freifläche vor dem Kopfbau möglich wäre. Zudem wurde diese Freifläche auf die vom Stadtteil abseitig gelegene westliche Ecke des Gebäudes eingeschränkt.

Wir arbeiten nun an Plan B und bemühen uns – neben einer Café-Terrasse –, die Ausstellung über den Stadtteil zumindest in den Fenstern als Kunstschaufenster zu zeigen. Beim Café Kiosk 2018 war dies ohne weiteres möglich, obwohl das Haus ebenfalls innen gesperrt war.

Die Initiative KopfbauT besteht aus den Messestädtern:
Antje Bieber, Architektin

Hartmut Schließer, Stadtplaner
Semira Tas, Architektin
Michael Lapper, Künstler

kunst@michaellapper.de
www.here-we-are.net
weitere Informationen auch unter www.michaellapper.de

Weitere Infos zum Kopfbau:

Das Projekt „Café Kiosk“, das 2018 am gleichen Platz stattfand.

Die Berichterstattung zum Projekt KopfbauT

Die Tücken des Projekts

Die Anliegen und Anträge der Initiative KopfbauT zu laufenden Planungen