KopfbauT 20:19

Aktuell: „Kopf einschalten“ – Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. März 2019

2019 wird die Messestadt 20 Jahre alt.
Ambitioniert geplant, mit einem großzügigen Park und guter Infrastruktur versehen und in kurzer Zeit kompakt erstellt, kann auf die Messestadt Riem als „Modellstadt“ mit mittlerweile 10 - 20 Jahre Erfahrung geblickt werden. Der 1999 auf dem Gelände des ehemaligen Münchner Flughafens entstandene Stadtteil ist immer noch ein junges Viertel mit einer Bewohnerschaft aus über 130 Nationen. Aus der Zeit des Flughafens ist nur noch der Kopfbau, die alte denkmalgeschützte Kassenhalle an der Besuchertribüne am westlichen Ende des Parks, öffentlich frei verfügbar.
Nachdem das Gebäude jahrelang an zahlungskräftige Kunden und deren exklusive Events verpachtet wurde, sind nun mit den in unmittelbarer Nähe entstandenen Häusern des 4. Bauabschnitts hier größere kommerzielle Veranstaltungen nicht mehr möglich. Das Gebäude dümpelt seither leer und ungenutzt vor sich hin.
Die mangelnde Belüftung und Beheizung führte im Haus schließlich zu akutem Schimmelbefall, was zur Folge hatte, dass das Gebäude nun generell für Besucher gesperrt ist. Obwohl im Bebauungsplan eine kulturelle und bürgerschaftliche Nutzung vorgesehen war, konnte der Kopfbau in den letzten 20 Jahren so gut wie nie von den Bewohnern der Messestadt selbst genutzt werden.

Unter dem Motto „KopfbauT 20:19“ soll das Haus nun im Zuge des 20 jährigen Jubiläums für ein Kunstprojekt und Ausstellung mit Beteiligung der Bewohner genutzt werden. Das Gebäude wird von der Stadt notdürftig saniert und soll von Juni bis August 2019 dafür zu Verfügung stehen. Die Ausstellung beinhaltet verschiedene Formate – von der Dokumentation über Kunstobjekte und Projektionen hin bis zu partizipativen Elementen – zur Geschichte des Ortes, zu aktueller Gegenwart und zukünftigem Potential des Stadtteils.

Im Vorfeld gab es 2018 mit dem „Café Kiosk“ ein kleines Kunstprojekt, das das Areal zum Leben erweckte. Mit selbstgebackenem Kuchen betrieben die Bewohner zwischen Ostern und Pfingsten an den Wochenenden selbst ein kleines Kioskcafé. Parallel fungierte der Kopfbau mit seinen großen Glasscheiben als Kunstschaufenster, in dem Projektionen und Installationen mit Bezug zum Stadtteil betrachtet werden konnten. Dies erfuhr im Stadtteil und in den anliegenden Bezirken große Beteiligung und Akzeptanz.

Auch 2019 soll es die Verbindung von Kulturellem und Kulinarischen geben, diesmal in Form einer „Kuchenterrasse“, wieder im Eigenbetrieb durch die Bewohner. Und jetzt ist hier auch die aktive Nutzung des Gebäudes vorgesehen. Man soll hineingehen können, eine Ausstellung ansehen, das Haus beleben, sich dort aufhalten können.

Beim Café Kiosk konnte dar Kopfbau als Kunstcschaufenster genutzt werden. Reingehen durfte man jedoch wegen Schimmelbelastung nicht.

Die Initiative KopfbauT setzt sich für eine kulturelle und bürgerschaftliche Nutzung durch die Bewohner ein. Eine Kernforderung der Initiative ist, dass das Haus von der Stadt als verantwortliche Eigentümerin saniert und ertüchtigt wird und als öffentliches Gebäude für die Bürger verfügbar bleibt.

Die Initiative KopfbauT besteht aus den Messestädtern:
Antje Bieber, Architektin
Hartmut Schließer, Stadtplaner
Semira Ta, Architektin
Michael Lapper, Künstler

kunst@michaellapper.de
www.here-we-are.net
weitere Informationen auch unter www.michaellapper.de